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Welche Versicherungen braucht mein Unternehmen in UK?

Welche Betriebsversicherungen in Großbritannien Pflicht sind und welche freiwillig, aber üblich: Arbeitgeberhaftpflicht, Betriebshaftpflicht und mehr.

Aktualisiert: 2026-10-24 · 6 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: Die wichtigste gesetzliche Pflicht ist die Arbeitgeberhaftpflicht (Employers' Liability): Sobald Sie jemanden beschäftigen, brauchen Sie mit einigen Ausnahmen mindestens 5 Mio. £ Deckung, und Bußgelder können 2.500 £ pro Tag erreichen. Für Firmenfahrzeuge ist eine Kfz-Versicherung Pflicht. Andere Versicherungen wie Betriebshaftpflicht und Berufshaftpflicht sind freiwillig, werden aber oft von Kunden erwartet.

Versicherungen schützen Ihr Unternehmen vor Kosten, die Sie selbst kaum tragen könnten: die Forderung eines verletzten Kunden, Schäden an Ihren Räumen oder ein Fehler in Ihrer Arbeit. Manche Versicherungen sind gesetzlich vorgeschrieben. Der Rest hängt von Ihrer Tätigkeit und Ihren Risiken ab.

Gesetzlich vorgeschriebene Versicherungen

Arbeitgeberhaftpflicht (Employers' Liability)

Wenn Sie Mitarbeiter beschäftigen, brauchen Sie in der Regel ab dem ersten Tag als Arbeitgeber eine Employers' Liability Insurance (EL). Sie deckt Ansprüche von Mitarbeitern, die durch ihre Arbeit verletzt werden oder erkranken.

Laut GOV.UK gilt:

  • Sie brauchen eine Deckung von mindestens 5 Mio. £ bei einem zugelassenen Versicherer
  • Ihnen droht ein Bußgeld von 2.500 £ für jeden Tag ohne ordnungsgemäße Versicherung
  • Ihnen droht ein Bußgeld von 1.000 £, wenn Sie Ihr Zertifikat nicht aushängen oder es einem Prüfer nicht zeigen
  • Sie müssen das Zertifikat den Mitarbeitern zugänglich machen, etwa am Arbeitsplatz oder im Intranet

Eine EL-Versicherung brauchen Sie in der Regel nicht, wenn Sie nur enge Familienangehörige beschäftigen oder nur Personen, die außerhalb von England, Schottland und Wales arbeiten. Weitere Ausnahmen können gelten, etwa für manche Firmen, deren einziger Mitarbeiter zugleich der Eigentümer ist. Prüfen Sie die vollständigen Regeln auf GOV.UK oder der Website der Health and Safety Executive (HSE) oder fragen Sie Ihren Versicherer. Im Register der Financial Conduct Authority (FCA) können Sie prüfen, ob Ihr Versicherer zugelassen ist.

Kfz-Versicherung

Jedes Fahrzeug im Straßenverkehr braucht mindestens eine Haftpflichtdeckung (Third Party). Private Kfz-Versicherungen schließen geschäftliche Nutzung oft aus – informieren Sie Ihren Versicherer, wenn Sie beruflich fahren.

Versicherungen, die Verträge oder Aufsichtsbehörden verlangen können

  • Berufshaftpflicht (Professional Indemnity) – manche Berufsverbände und Aufsichtsbehörden verlangen sie, etwa für Buchhalter, Anwälte und manche Finanzdienstleistungen.
  • Betriebshaftpflicht (Public Liability) – viele Kunden, Councils und Veranstaltungsorte verlangen einen Nachweis, bevor Sie für sie arbeiten.

Übliche freiwillige Versicherungen

Betriebshaftpflicht (Public Liability). Deckt Ansprüche von Dritten, die durch Ihr Unternehmen verletzt werden oder deren Eigentum beschädigt wird. Wichtig, wenn Sie Kunden treffen, bei Kunden zu Hause arbeiten oder an Veranstaltungen teilnehmen.

Berufshaftpflicht (Professional Indemnity). Deckt Ansprüche, wenn Ihre Beratung oder Arbeit einem Kunden einen finanziellen Schaden verursacht hat. Nützlich für Berater, Designer, IT-Fachleute und andere beratende Berufe.

Produkthaftpflicht (Product Liability). Deckt Ansprüche durch Produkte, die Sie herstellen, liefern oder verkaufen.

Gebäude- und Inhaltsversicherung. Schützt Räume, Ausstattung und Waren vor Feuer, Diebstahl und Überschwemmung. Die Hausratversicherung deckt Geschäftsausstattung oder Waren meist nicht.

Betriebsunterbrechungsversicherung (Business Interruption). Ersetzt entgangene Einnahmen, wenn Sie nach einem versicherten Ereignis wie einem Brand nicht arbeiten können.

Cyberversicherung. Deckt Kosten nach Datenpannen oder Cyberangriffen.

D&O-Versicherung (Directors' and Officers'). Schützt Directors persönlich vor Ansprüchen wegen ihrer Entscheidungen.

Keyperson-Versicherung (Key Person). Zahlt an das Unternehmen, wenn eine Schlüsselperson stirbt oder nicht arbeiten kann.

So wählen Sie aus

  1. Listen Sie die Risiken auf: Wer könnte durch Ihre Arbeit geschädigt werden oder Geld verlieren?
  2. Prüfen Sie zuerst gesetzliche und vertragliche Anforderungen.
  3. Entscheiden Sie, wie viel Risiko Sie selbst tragen können.
  4. Vergleichen Sie Angebote und lesen Sie Ausschlüsse und Selbstbehalte, nicht nur den Preis.
  5. Ziehen Sie bei komplexen oder risikoreicheren Geschäften einen Makler hinzu.
  6. Überprüfen Sie den Schutz jedes Jahr und bei jeder Änderung Ihres Geschäfts.

Wenn Sie auch außerhalb Großbritanniens tätig sind

Britische Policen decken Tätigkeiten oder Mitarbeiter in Deutschland, Österreich oder der Schweiz oft nicht automatisch ab. Dort können eigene Pflichtversicherungen gelten, etwa in der gesetzlichen Unfallversicherung für Beschäftigte. Fragen Sie Ihren Makler, ob Ihr Schutz im Ausland gilt, und klären Sie lokale Pflichten vor Ort.

Häufige Fehler

  • Haus- oder Kfz-Versicherung geschäftlich nutzen, ohne den Versicherer zu informieren.
  • Den ersten Mitarbeiter einstellen, ohne eine EL-Versicherung abzuschließen.
  • Waren oder Ausstattung unterversichern.
  • Die Ausschlüsse nicht lesen.
  • Eine Police auslaufen lassen.

Versicherung und Limited

Eine Limited schützt Ihr Privatvermögen vor den meisten Geschäftsschulden, aber eine Versicherung schützt die Firma selbst vor Ansprüchen, die sie sonst zur Schließung zwingen könnten. Beides ergänzt sich. Versicherer fragen nach Firmendaten – halten Sie Registernummer und Geschäftssitz bereit.

So hilft Ihnen Form My Company

Wir verkaufen keine Versicherungen, aber wir gründen die Firma, die sie abschließt. Sie stellen Mitarbeiter ein? Unser Fully Inclusive Package enthält die PAYE-Registrierung bei HMRC. Eine Registered Office Address gibt Ihnen eine professionelle Adresse für Versicherungs- und Vertragsunterlagen. Für eine Beratung zum Versicherungsschutz wenden Sie sich an einen von der FCA zugelassenen Makler.

Häufige Fragen

Ist eine Betriebsversicherung in Großbritannien Pflicht?

Die Arbeitgeberhaftpflicht ist mit einigen Ausnahmen gesetzlich vorgeschrieben, sobald Sie Personal beschäftigen. Für Fahrzeuge ist eine Kfz-Versicherung Pflicht. Die meisten anderen Versicherungen sind freiwillig.

Wie viel Deckung brauche ich in der Arbeitgeberhaftpflicht?

Laut GOV.UK mindestens 5 Mio. £ bei einem zugelassenen Versicherer.

Brauche ich eine Betriebshaftpflicht?

Gesetzlich nicht, aber viele Kunden und Veranstaltungsorte verlangen sie, und sie ist sinnvoll, wenn Sie Kontakt mit der Öffentlichkeit haben oder in fremden Räumen arbeiten.

Brauche ich eine Arbeitgeberhaftpflicht, wenn ich einziger Director und Mitarbeiter bin?

In manchen Fällen, in denen der einzige Mitarbeiter zugleich Eigentümer ist, können Sie befreit sein. Prüfen Sie die Ausnahmen auf GOV.UK oder der HSE-Website oder fragen Sie Ihren Versicherer.

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