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Brauche ich eine Betriebsversicherung? Eine kurze UK-Checkliste

Eine kurze Checkliste, ob Ihr UK-Unternehmen eine Versicherung braucht: was das Gesetz verlangt, was Kunden erwarten und welche Policen sich lohnen können.

Aktualisiert: 2026-10-24 · 5 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: Wenn Sie Personal beschäftigen, brauchen Sie fast sicher von Gesetzes wegen eine Arbeitgeberhaftpflicht (Employers' Liability) – mit mindestens 5 Mio. £ Deckung, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Nutzen Sie ein Fahrzeug beruflich, muss es für die geschäftliche Nutzung versichert sein. Darüber hinaus sind Versicherungen freiwillig, aber Betriebs- oder Berufshaftpflicht erwarten Kunden oft.

Nicht jedes Unternehmen braucht dieselben Versicherungen, manche nur sehr wenige. Mit dieser Checkliste finden Sie heraus, was für Sie gilt. Eine ausführlichere Erklärung jeder Versicherungsart finden Sie in unserem Leitfaden zu Betriebsversicherungen für britische Unternehmer.

Frage 1: Beschäftigen Sie Personal?

Wenn ja, brauchen Sie in der Regel ab dem Tag, an dem Sie Arbeitgeber werden, eine Arbeitgeberhaftpflicht (Employers' Liability, EL). Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Laut GOV.UK gilt:

  • die Deckung muss mindestens 5 Mio. £ bei einem zugelassenen Versicherer betragen
  • Ihnen droht ein Bußgeld von 2.500 £ für jeden Tag, an dem Sie nicht ordnungsgemäß versichert sind
  • Ihnen droht ein Bußgeld von 1.000 £, wenn Sie Ihr Versicherungszertifikat nicht aushängen oder vorlegen

Als „Arbeitnehmer“ zählen auch Teilzeit-, Aushilfs- und Gelegenheitskräfte. Es gibt einige Ausnahmen, etwa wenn Sie nur enge Familienangehörige beschäftigen. Prüfen Sie im Zweifel die Regeln auf GOV.UK oder fragen Sie Ihren Versicherer.

Frage 2: Nutzen Sie ein Fahrzeug beruflich?

Jedes Fahrzeug im Straßenverkehr braucht mindestens eine Haftpflichtversicherung. Wenn Sie zu Kunden fahren, Werkzeug transportieren oder Waren ausliefern, informieren Sie Ihren Versicherer – private Policen schließen die geschäftliche Nutzung oft aus.

Frage 3: Haben Sie Kundenkontakt oder arbeiten Sie bei Kunden vor Ort?

Wenn Kunden zu Ihnen kommen oder Sie in Wohnungen oder Büros von Kunden arbeiten, erwägen Sie eine Betriebshaftpflicht (Public Liability). Sie deckt Ansprüche, wenn jemand durch Ihr Geschäft verletzt oder sein Eigentum beschädigt wird. Gesetzlich vorgeschrieben ist sie nicht, aber Councils, Veranstaltungsorte und größere Kunden verlangen sie oft.

Frage 4: Beraten Sie oder erbringen Sie eine Fachdienstleistung?

Wenn ein Fehler in Ihrer Arbeit einen Kunden Geld kosten könnte, erwägen Sie eine Berufshaftpflicht (Professional Indemnity). Manche Berufe und Aufsichtsbehörden schreiben sie vor.

Frage 5: Stellen Sie Produkte her oder verkaufen Sie sie?

Eine Produkthaftpflicht (Product Liability) deckt Ansprüche wegen Produkten, die Sie herstellen, importieren, liefern oder verkaufen.

Frage 6: Haben Sie Ausrüstung, Waren oder Räume?

Inventar-, Waren- und Gebäudeversicherungen schützen vor Diebstahl, Feuer und Überschwemmung. Wenn Sie von zu Hause arbeiten, deckt Ihre Hausratversicherung geschäftliche Ausrüstung oder Waren wahrscheinlich nicht ab – fragen Sie Ihren Versicherer.

Frage 7: Speichern Sie Kundendaten oder sind Sie auf IT angewiesen?

Eine Cyberversicherung kann die Kosten von Datenpannen, Ransomware und Systemausfällen abdecken.

Frage 8: Würden Sie einen Monat ohne Geschäft überstehen?

Eine Betriebsunterbrechungsversicherung (Business Interruption) kann entgangene Einnahmen nach einem versicherten Ereignis wie Feuer oder Überschwemmung ersetzen.

Ihre kurze Checkliste

  • Personal? Schließen Sie die EL-Versicherung vor dem ersten Arbeitstag ab.
  • Fahrzeug beruflich genutzt? Stellen Sie sicher, dass es für die geschäftliche Nutzung versichert ist.
  • Kundenkontakt? Erwägen Sie eine Betriebshaftpflicht.
  • Beratung? Erwägen Sie eine Berufshaftpflicht.
  • Produktverkauf? Erwägen Sie eine Produkthaftpflicht.
  • Ausrüstung oder Waren? Prüfen Sie den Inventarschutz.
  • Kundendaten? Erwägen Sie eine Cyberversicherung.
  • Prüfen Sie, was Ihre Verträge, Ihr Vermieter und Ihre Kreditgeber verlangen.

Wenn Sie auch in Deutschland, Österreich oder der Schweiz tätig sind

Eine britische Police deckt Tätigkeiten im Ausland nicht automatisch ab. Wenn Ihre Limited Kunden in Deutschland, Österreich oder der Schweiz betreut oder dort Mitarbeiter hat, fragen Sie gezielt nach dem räumlichen Geltungsbereich. Für Arbeitnehmer dort gelten zudem die jeweiligen nationalen Regeln, in Deutschland etwa die gesetzliche Unfallversicherung über die Berufsgenossenschaft. Ein Versicherungsmakler mit internationaler Erfahrung kann helfen.

Tipps für den Abschluss

  1. Machen Sie ehrliche Angaben zu Ihrer Tätigkeit – falsche Angaben können eine Police unwirksam machen.
  2. Vergleichen Sie Policen nach Leistungsumfang, nicht nur nach Preis.
  3. Prüfen Sie Selbstbehalte und Ausschlüsse.
  4. Prüfen Sie, ob Ihr Versicherer im Register der Financial Conduct Authority (FCA) zugelassen ist.
  5. Überprüfen Sie Ihren Schutz jedes Jahr und wenn sich Ihr Geschäft ändert.

Eine Limited ersetzt keine Versicherung

Die Tätigkeit über eine Limited schützt Ihr Privatvermögen in der Regel vor Geschäftsschulden. Ein großer Schadensfall könnte aber die Gesellschaft selbst ruinieren. Versicherung und beschränkte Haftung wirken zusammen.

So hilft Ihnen Form My Company

Wir verkaufen keine Versicherungen und beraten nicht dazu, aber wir machen Ihre Gesellschaft bereit für den Abschluss. Versicherer und Kunden fragen nach Firmennummer und Adresse. Unser Privacy-Paket gibt Ihnen einen eingetragenen Geschäftssitz und eine Zustellanschrift, und unser Fully-Inclusive-Paket ergänzt die PAYE-Registrierung, wenn Sie Personal einstellen. Die meisten Gesellschaften sind innerhalb von 24 Stunden eingetragen. Für Rat zum passenden Schutz wenden Sie sich an einen von der FCA zugelassenen Makler.

Häufige Fragen

Ist eine Betriebsversicherung im Vereinigten Königreich Pflicht?

Die Arbeitgeberhaftpflicht ist Pflicht, sobald Sie Personal beschäftigen, mit einigen Ausnahmen, und Fahrzeuge müssen versichert sein. Die meisten anderen Versicherungen sind freiwillig.

Ich bin Sole Trader ohne Personal. Brauche ich eine Versicherung?

Gesetzlich vielleicht nicht, aber eine Betriebs- oder Berufshaftpflicht kann sinnvoll sein, und Kunden verlangen sie unter Umständen.

Deckt meine Hausratversicherung meine geschäftliche Ausrüstung?

Oft nicht. Teilen Sie Ihrem Versicherer mit, dass Sie von zu Hause arbeiten, und fragen Sie, ob Sie zusätzlichen Schutz brauchen.

Was passiert, wenn ich ohne EL-Versicherung Personal beschäftige?

Ihnen droht ein Bußgeld von bis zu 2.500 £ für jeden Tag, an dem Sie nicht ordnungsgemäß versichert sind.

Gilt meine britische Versicherung auch für Aufträge in Deutschland?

Nicht automatisch. Prüfen Sie den räumlichen Geltungsbereich der Police und lassen Sie Tätigkeiten im Ausland ausdrücklich einschließen.

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