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Anteile an einer nicht börsennotierten Firma bewerten

Warum Anteile einer Private Company bewertet werden, die wichtigsten Methoden, Abschläge für Minderheiten und wann HMRC dem Wert zustimmen muss.

Aktualisiert: 2026-10-24 · 3 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: Anteile einer Private Company haben keinen Marktpreis. Man bewertet sie deshalb mit Methoden wie Substanzwert, Ertragsmultiplikator oder Discounted Cashflow. Minderheitsbeteiligungen sind pro Anteil oft weniger wert als eine Mehrheitsbeteiligung. Werden Anteile an Mitarbeiter ausgegeben, innerhalb der Familie übertragen oder für Steuervergünstigungen genutzt, kann HMRC den Wert prüfen – holen Sie daher professionellen Rat ein.

Für Aktien einer börsennotierten Firma können Sie den Kurs nachschlagen. Für Anteile einer Private Limited Company nicht. Trotzdem brauchen Sie oft einen Wert, etwa wenn ein Gründer ausscheidet, ein Investor einsteigt oder Mitarbeiter Anteile erhalten. Dieser Leitfaden erklärt die Grundlagen.

Wann brauchen Sie eine Anteilsbewertung?

  • Verkauf oder Übertragung von Anteilen an einen neuen Eigentümer, ein Familienmitglied oder einen Mitgründer.
  • Ausgabe neuer Anteile an einen Investor, um den Preis pro Anteil festzulegen.
  • Mitarbeiterbeteiligungen und Share Options, einschließlich EMI-Optionen.
  • Ausscheiden eines Gesellschafters, vor allem wenn Satzung oder Gesellschaftervereinbarung regeln, wie der Preis festgelegt wird.
  • Streitigkeiten oder Scheidung.
  • Steuerliche Zwecke, etwa Capital Gains Tax, Inheritance Tax (Erbschaftsteuer) oder Lohnsteuer.

Die wichtigsten Bewertungsmethoden

1. Substanzwert (Net Asset Value)

Zählen Sie zusammen, was die Firma besitzt, und ziehen Sie ab, was sie schuldet. Teilen Sie das Ergebnis durch die Anzahl der Anteile. Das passt zu Immobilien- oder Beteiligungsgesellschaften oder zu Firmen, die geschlossen werden. Operative Unternehmen werden damit oft unterbewertet, weil künftige Gewinne und Goodwill fehlen.

2. Ertragsmultiplikator (Earnings Multiple)

Nehmen Sie den nachhaltigen Gewinn der Firma und multiplizieren Sie ihn mit einem Faktor, der sich an vergleichbaren Unternehmen orientiert. Der Multiplikator hängt von Branche, Wachstum, Risiko und Größe ab. Kleinere Private Companies erzielen meist niedrigere Multiplikatoren als große oder börsennotierte Firmen.

3. Discounted Cashflow (DCF)

Prognostizieren Sie die künftigen Zahlungsströme und rechnen Sie sie mit einem risikogerechten Zinssatz auf den heutigen Wert ab. Das eignet sich für Unternehmen mit gut planbaren Cashflows, das Ergebnis reagiert aber sehr empfindlich auf die Annahmen.

4. Dividendenrendite (Dividend Yield)

Die Anteile werden nach den gezahlten Dividenden bewertet. Üblich bei kleinen Minderheitsbeteiligungen ohne Einfluss auf die Firma.

5. Jüngste Transaktionen

Wurden kürzlich Anteile zu marktüblichen Bedingungen (at arm's length) verkauft oder ausgegeben, ist dieser Preis ein guter Anhaltspunkt – angepasst an Veränderungen seither.

Warum die Größe der Beteiligung zählt

Der Wert pro Anteil kann davon abhängen, wie viele Anteile bewertet werden:

  • Über 75 % – kann Special Resolutions fassen, etwa die Satzung ändern.
  • Über 50 % – bestimmt die gewöhnlichen Entscheidungen, etwa die Bestellung von Directors.
  • 50 % oder weniger – allein keine Kontrolle.
  • Kleine Minderheit – wenig Einfluss.

Für eine Minderheitsbeteiligung wird oft ein Abschlag angesetzt, weil der Inhaber weder Dividenden noch einen Verkauf steuern kann. Für eine Mehrheitsbeteiligung kann ein Aufschlag gelten.

Prüfen Sie Satzung und Vereinbarungen

Ihre Satzung (Articles of Association) oder Gesellschaftervereinbarung kann regeln:

  • Wem die Anteile zuerst angeboten werden müssen (Vorkaufsrechte).
  • Wie der Preis festgelegt wird, etwa als „Fair Value“ durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer.
  • Unterschiedliche Preise für „Good Leavers“ und „Bad Leavers“.

Diese Regeln können Vorrang vor dem haben, was ein Käufer sonst zahlen würde.

HMRC und Anteilsbewertungen

Hängt eine Steuer vom Wert der Anteile ab, kann HMRC den Wert anzweifeln. Zuständig ist das Shares and Assets Valuation Team von HMRC. Beispiele:

  • Bei EMI-Optionen können Firmen HMRC bitten, dem Wert vorab zuzustimmen.
  • In manchen Fällen der Capital Gains Tax können Sie nach der Transaktion, aber vor Abgabe der Steuererklärung einen Post-Transaction Valuation Check beantragen.

Werden Anteile unter Marktwert an Mitarbeiter ausgegeben, kann Einkommensteuer anfallen. Übertragungen an Familienmitglieder oder nahestehende Personen gelten steuerlich in der Regel als zum Marktwert erfolgt.

Da die Steuerregeln sehr detailliert sind, sprechen Sie mit einem Steuerberater oder Bewertungsexperten, bevor Sie einen Preis vereinbaren. Wohnen Gesellschafter in Deutschland, Österreich oder der Schweiz, kann der Wert auch für die dortige Besteuerung eine Rolle spielen – beziehen Sie dann einen Berater vor Ort ein.

Formalitäten nach Übertragung oder Ausgabe

  • Anteilsübertragung: Stock Transfer Form ausfüllen, etwaige Stamp Duty zahlen, Gesellschafterregister aktualisieren und neue Anteilszertifikate ausstellen.
  • Neue Anteile: Return of Allotment (SH01) bei Companies House einreichen und die Register aktualisieren.
  • PSC-Angaben aktualisieren, wenn sich die Kontrolle ändert.

So hilft Ihnen Form My Company

Formelle Bewertungen erstellen wir nicht, aber sobald ein Wert vereinbart ist, übernehmen wir die Formalitäten. Siehe unsere Services Anteilsausgabe und -übertragung und Anteilszertifikate. Müssen die Gesellschafter der Änderung zustimmen, entwerfen wir die Beschlüsse und Protokolle.

Häufige Fragen

Gibt es eine Standardmethode zur Bewertung von Anteilen einer Private Company?

Nicht die eine Methode. Substanzwert, Ertragsmultiplikatoren und Discounted Cashflow sind üblich; welche passt, hängt vom Unternehmen ab.

Sind Minderheitsanteile weniger wert?

Pro Anteil oft ja, weil ein Minderheitsgesellschafter Entscheidungen wie Dividenden oder einen Verkauf nicht steuern kann.

Kann HMRC einem Anteilswert zustimmen?

In manchen Fällen. Bei EMI-Optionen können Firmen HMRC um Zustimmung bitten, und bei manchen Fällen der Capital Gains Tax kann ein Post-Transaction Valuation Check beantragt werden.

Muss ich Companies House über eine Anteilsübertragung informieren?

Nicht sofort. Die Änderung wird im Gesellschafterregister der Firma eingetragen und im nächsten Confirmation Statement gemeldet.

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